Nördliche Altstadt

ca. 1,2 km

Ratinger Tor

Wir starten am Ratinger Tor und gehen Richtung Norden entlang der Fritz-Roeber-Straße. Wir biegen die nächste Straße links ab (immer noch Fritz-Roeber-Straße) und direkt wieder links in die Straße „Eiskellerberg“. Das große Gebäude ist die Kunstakademie Düsseldorf. Hinweis: Hinter der Kunstakademie an der Reuterkaserne ist ein weiteres Gebäude der Akademie. In diesem Gebäude befand sich ab 1933 eine Leitstelle der SS (Schutzstaffel). Hier wurden Gegner der Nazis in den Folterkellern auf das grausamste misshandelt und anschließend in Konzentrationslager verschleppt.

 

Auf dem weiteren Weg erreichen wir die Mühlengasse, wo wir eine Plastik von Karl Bobek ehemaliger Prof. der Düsseldorfer Kunstakademie sehen.

Am Ende der Mühlengasse stoßen wir auf die Ratinger Straße überqueren die Straße und befinden uns jetzt in der Gasse „Ratinger Mauer“

Dort sehen wir auf der rechten Seite den Schlössersaal.

Rechts neben den Türen sehen Sie eine alte Darstellung der Ratingerstraße. Das mit einer Majolikaglasur überzogene Relief stellt die zerstörten Häuser Ratinger Straße 1 bis 19 dar und wurde von der Bildhauerin Anneliese Langenbach 1964 geschaffen.

Wir gehen zurück zur Ratinger Straße und biegen links Richtung Westen ab. Auf der rechten Seite sehen wir das Traditionslokal „Füchschen“. Wir folgen der Vergnügungsmeile „Ratinger Straße“, die eine der ältesten Straßen der Stadt ist und aus dem 14. Jahrhundert stammt.Hier finden wir Traditionslokale und auch immer wieder neu hinzugekommene Lokale. Die Straße wird im Volksmund auf Düsseldorfer Platt auch „Retematäng“ genannt, weil Sie von Napoleon „Rue de Martin“ genannt wurde. Da die Düsseldorfer nicht so gut französisch sprachen wurde daraus Retematäng. Wir gehen die Straße geradeaus weiter Richtung Rhein.

Auf der rechten Seite kommen wir dabei an der Kreuzherrenkirche vorbei.Die Kreuzherrenkirche war eine Klosterkirche des Kreuzherrenordens.

Ein Stück weiter sehen nun den Fischerjungen-Brunnen von Willi Hoselmann (1938).

Weiter geht´s zum „Emilie-Schneider-Platz“ (Emilie Schneider war die erste Oberin des früher an dieser Straße gelegenen Theresienhospitals und lebte von 1820 bis 1859). Wir sehen auf dem Platz einen von insgesamt 10 Säulenheiligen von Christoph Pöggeler, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Hier handelt es sich um „Die Fremde“.

Fast am Rhein angelangt stehen wir auf dem Stiftsplatz. Dort sehen wir die Josephskapelle, ein Teil des ehemaligen 1712 bis 1717 errichteten Karmelitessenklosters.

Gegenüber sehen wir die Kirche „St. Lambertus“. Der schiefe Turm der Basilika ist ein Wahrzeichen der Altstadt. Nach einem Brand musste die Turmspitze erneuert werden. Kurze Zeit später verzog sich das feuchte Holz und schuf die berühmte Drehung im Dach.

Wir gehen um die Lambertuskirche über den kleinen Vorplatz und gehen weiter in die Müller-Schlösser-Gasse. Er war ein Düsseldorfer Mundartdichter und Dramatiker. Sein bekanntestes Bühnenstück ist die Geschichte des Schneidermeisters „Schneider Wibbel“. Am Ende der Gasse sehen wir auf der Ecke das von dem Künstler Bert Gerresheim gestaltete Stadterhebungsmonument zum Gedenken an die Verleihung der Stadtrechte an Düsseldorf. Es wurde 1988 anlässlich der 700-Jahr-Feier errichtet und stellt unter anderem die Schlacht bei Worringen vom 5. Juli 1288 dar. Deshalb hat der Künstler die Zahl in der Plastik versteckt. Wenn man auf dem Boden den Messingstein mit der Zahl 1288 und einem Betrachtungspfeil sieht, sollte man sich dort hinstellen und auf der Plastik die Zahl 1288 suchen. Probieren Sie mal, ob Sie die Zahl entdecken. Die Lösung präsentiere ich am Ende des Spaziergangs.

Wir befinden uns jetzt auf dem Burgplatz. Dort sehen wir einerseits den Radschlägerbrunnen und den Schlossturm. Der Schlossturm bildete den nördlichen Abschluss einer Burganlage, die jedoch im Jahre 1500 durch einen Brand zerstört wurde. Der Turm wurde 1588 neu erbaut und Teil des Schlosses von  Kurfürst Jan Wellem. 1795 wurde es von den Truppen Napoleons von der gegenüberliegenden Rheinseite beschossen und brannte fast ganz nieder.1845 wurde der Turm wieder aufgebaut. Der Rest des Schlosses wurde 1872 dann endgültig durch ein Feuer vernichtet.

Über den Schlossturm erzählt man sich eine gruselige Geschichte: Man soll dort die „Weiße Frau“ (Jakobe von Baden) um Mitternacht spuken sehen, die in der  Nacht am 03. September 1597 dort umgebracht wurde. Man sieht die weiße Frau allerdings nur herum schweben, wenn man zur Geisterstunde nüchtern aus der Altstadt kommt !

Wir bewegen uns jetzt vom Rhein weg in Richtung Osten auf die Mühlenstraße. Dort gehen wir bis zur ersten Kreuzung und sehen eine kleine Skulptur „die Schuhanzieherin von Karl-Hennig Seemann.

Wenn wir jetzt Richtung Norden schauen, sehen wir in der Liefergasse 9 das älteste Haus Düsseldorfs, das „Lewenhaus“. Sein Fundament stammt aus den Gründertagen von Düsseldorf, und zwar aus dem Jahr 1288. In diesem historischen Gebäude befindet sich die Pinte, eine alte gesellige Altstadtkneipe mit Kultstatus.

Wir gehen die Mühlenstraße weiter entlang bis wir auf der rechten Seite die Kunsthalle mit dem Kom(m)ödchen, eine sehr bekannte Kabarettbühne.Daneben sehen wir die Vier Karyatiden des Bildhauers Wilhelm Albermann, 1879–1881, Personifikationen der Musik, der Malerei, der Bildhauerei und der Architektur

Links über dem Eingang vom Kom(m)ödchen sehen wir ein Ofenrohr von dem Düsseldorfer Künstler Joseph Beuys. Das Rohr wurde anlässlich der Ausstellung „Schwarz“ 1981/1982 installiert. Es soll den Gedankenaustausch zwischen Innen und Außen darstellen. Es ist eine Replik des entsprechenden Ofenrohrs aus dem Atelier von Beuys am Drakeplatz in Oberkassel.

Vor dem Eingang zur Kunsthalle gibt es noch einiges zu entdecken. Die Plastik Habakuk von Max Ernst.

Rechts neben dem Eingang die "Die Träne"  von James Lee Byars entstand 1986. Von oben verläuft ein roter Strich, der sich dann im unteren Bereich verteilt.

Am Boden vor dem Eingang befinden sich die "Windows and Matchdrops" von Michael Heizer.

Vor dem Eingang am mittleren Bereich der Treppe befindet sich der Kippdeckel von Lee Thomas Taylor, 2004.

Und zu Guter Letzt sehen wir über dem Eingang das Relief von Karl Hartung.

Gegenüber von der Kunsthalle sehen wir das K20, die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Hier beenden wir den Spaziergang der nördlichen Altstadt.

Die Auflösung der Zahl 1288 im Stadterhebungsmonument.